Sehens- und Lesenswertes zur Debatte um Migration und Asylrecht

Die Debatte um Migration und das Asylrecht hat sich mittlerweile von der Realität praktisch entkoppelt. Völlig hysterisiert werden Szenarien verhandelt, die mit der Wirklichkeit kaum noch etwas zu tun haben. Der neuerliche Wahlsieg eines extremen Rechtspopulisten in den Niederlanden wird auf die Debatte sicher nicht versachlichend wirken. Im Gegenteil! Es dürfte noch mehr Populismus, auch von den nicht im Blickfeld des Verfassungsschutzes stehenden Parteien, zu erwarten sein. Wer an einer faktenbasierten Auseinandersetzung mit der Thematik interessiert ist, muss nicht verzweifeln, sondern kann aktuell an zwei Stellen fündig werden. Zum einen in der ZDF-Mediathek, wo die letzte “Anstalt” abgerufen werden kann, die sich unter dem Titel “Die Abschiebeanstalt” sehr klug mit dem gegenwärtigen Migrationsdiskurs beschäftigt hat. Zum anderen hat Proasyl einen Beitrag auf die Homepage gestellt, in dem der von nahezu allen politisch Aktiven mittlerweile verächtlich im Munde geführte Begriff der “irregulären Migration” kritisch bedacht wird. Das Ansehen der Sendung sowie die Lektüre des Beitrags seien hier wärmstens empfohlen. (Text und Ressourcen von Dr. Tobias Krohmer, EKHN)

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Paritätische Arbeitshilfe: Das Chancen-Aufenthaltsrecht in der Beratungspraxis

Gerade erschienen ist die paritätische Arbeitshilfe „Das Chancen-Aufenthaltsrecht in der Beratungspraxis“, verfasst von Kirsten Eichler (GGUA Münster). Die Arbeitshilfe ist praxisnah gestaltet und enthält zahlreiche Tipps und Hinweise für die Beratungspraxis, um Berater*innen dabei zu helfen, ihre Klient*innen sowohl bei der Antragstellung als auch mit Blick auf den Übergang in die Bleiberechtsregelungen zu begleiten.

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An English teacher who fled the Taliban finds a home at last

In November 2019, the BBC reported on Shams Erfan, a 21-year-old Afghan who fled the Taliban, alone, as a teenager. We met him in Indonesia, where he was stuck in a refugee camp – one of millions worldwide with only a tiny chance of starting a new life. Four years later, he writes his own story. On the afternoon of 8 November 2021, I sat on the cement stairs inside the International Ferry Terminal in the city of Batam, Indonesia. It was a three-minute walk from the refugee shelter where I lived; an escape from the camp’s small, dark and windowless rooms. Two cargo ships were parked on the other side of the terminal promenade. I watched the men unloading sacks of rice and flour from the ship. The warm salty water, breaking against the cement wall of the promenade, splashed on my face. With nowhere to go, I found another bench, at the east end of the terminal, under the shade of a coconut tree. I could see the ferries full of tourists leaving Batam for Singapore, just across the water. I became lost in imagination, dreaming of freedom. Soon, I had to return to the shelter’s small, cramped

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Quo vadis, deutsche Asyl- und Migrationspolitik?

Nicht nur auf EU-Ebene scheinen politisch Verantwortliche aktuell sehr darum bemüht, eine Asyl- und Migrationspolitik durchzusetzen, die den menschenrechtlichen Standards, derer sich Europa gern rühmt, ganz sicher nicht genügt. Auch inländisch werden zunehmend Vorhaben vorangetrieben, die die Situation von hierher geflüchteten Menschen verschlechtern werden. So plant die Innenministerin die Verschärfung von Abschieberegeln, einschließlich einer längeren Inhaftierungszeit, unerachtet dessen, dass die Zahl der Aufenthaltsbeendigungen dadurch sicher nicht gesteigert werden kann. Zugleich plant die Bundesregierung, von der Öffentlichkeit bislang weitgehend unbemerkt, teils tiefe Einschnitte im sozialen Sektor und dabei auch bei Angeboten für Migrant*innen und Geflüchtete. Honi soit qui mal y pense – aber man kommt nicht umhin, hierin einfach klägliche und zudem kontraproduktive Versuche zu sehen, den hohen Umfragewerten der AfD entgegenzuwirken. Kontraproduktiv sind diese Maßnahmen vor allem deshalb, weil sie zum einen den von den Kommunen formulierten Sorgen (Wohnraummangel, KiTa-Platz-Knappheit etc.) keine Abhilfe schaffen und darum ungeeignet sind, die Missstimmung vor Ort zu verbessern. Zum anderen lassen sie die so feurig vorgetragene moralische Kritik an der AfD scheinheilig erscheinen, mit dem Ergebnis, dass Wähler*innen auf die Idee kommen, die AfD liege mit ihren asyl- und migrationspolitischen Forderungen richtig, die anderen Parteien trauten es sich nur nicht zu sagen, ließen es

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ZDFheute: Über die Hälfte der Geflüchteten erwerbstätig

54 Prozent der 2015 nach Deutschland Geflüchteten waren im Jahr 2021 erwerbstätig. Damit ist ihre Erwerbstätigkeit gegenüber 2020 während der Corona-Pandemie um zehn Prozentpunkte gestiegen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Neben der Erwerbstätigkeit steigt demnach auch das Bildungsniveau: Immer mehr Geflüchtete üben eine qualifizierte Berufstätigkeit aus. So hat nach der Untersuchung jeder dritte Erwachsene sechs Jahre nach der Ankunft in Deutschland Schulen und Hochschulen besucht oder Ausbildungen und Weiterbildungsmaßnahmen absolviert. Mehr lesen…

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Start der Aktivierungskampagne Helfende Wände (private Unterbringung von Ukrainern)

wir freuen uns, Ihnen heute den Start des Launchs für das Projekt „Helfende Wände“ verkünden zu dürfen! In gemeinsamer Anstrengung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI), der gemeinnützigen Organisation ProjectTogether und dem Housing-as-a-Service-Unternehmen Wunderflats setzen wir mit diesem innovativen Infrastrukturprojekt heute einen neuen zusätzlichen Fokus. Das Projekt „Helfende Wände“ leistet einen wichtigen Beitrag, um Länder, besonders aber Kommunen bei der Unterbringung von geflüchteten Menschen zu entlasten. Wir setzen auf die einzigartige und anhaltende Solidarität der deutschen Zivilgesellschaft bei der privaten Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine in Zeiten erkennbar hoher Zugänge aus der Fluchtmigration aus anderen Ländern. Ausreichend viele Unterbringungsplätze zu aktivieren hilft dabei, neben der Entlastung des staatlichen Unterbringungssystems auch den Druck auf den angespannten Wohnungsmarkt zu reduzieren. Das Projekt Helfende Wände bietet eine nachhaltige Lösung zur Bewältigung dieser Situation. Durch eine Ergänzung des traditionellen staatlichen Unterbringungssystems, mit dem wir eine größere Reichweite gegenüber den bisherigen kommunalen Systemen entwickeln, sprechen wir potenzielle private Hosts für diese Zwecke an, um sie zu motivieren, private Unterbringung anzubieten. Zugleich geben wir allen, die sich in der privaten Unterbringung engagieren, eine stabile Grundlage und sorgen dafür, dass die private Unterbringung erhalten bleibt. Worum geht es bei „Helfende Wände“? Dieses Pilotprojekt stellt

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Seite für Suche nach Ärzt*innen mit Sprachkenntnissen

Von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen gibt es eine Seite, über die Ärzt*innen gesucht werden können. Für Geflüchtete ist die Seite insofern besonders interessant und hilfreich, weil unter “weitere Suchkriterien” auch zusätzliche Sprachkenntnisse angeklickt werden können. Die Seite selbst ist aber leider nur auf Deutsch verfügbar. Das Gleiche gilt für die Seiten für Suchen nach Ärzt*innen, die die Techniker und die Barmer eingerichtet haben. Auch hier können Sprachkenntnissen als zusätzliches Auswahlkriterien angeklickt werden (unter ‚Arzt/Ärztin‚). Aber die Seiten selbst sind ausschließlich auf Deutsch verfügbar.   (Quelle: Dr. Tobias Krohmer, EKHN)

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