Integrationsgeschichte einer Familie aus Syrien

Ich kam Mitte 2021 mit meiner Familie aus Syrien nach Deutschland. Meine Flucht war geprägt von schwierigen Erfahrungen – vom Krieg in Syrien bis hin zu Stationen in der Türkei und Griechenland. Diese Zeit war nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch emotional sehr belastend. In Syrien hatte ich ein Studium im Bereich Informationstechnologie begonnen, konnte es jedoch aufgrund des Krieges nicht abschließen. Als ich in Deutschland ankam, war mir jedoch eines klar: Ich wollte meinen Weg in diesem Bereich fortsetzen. Der Anfang war nicht einfach. Neue Sprache, neues System und viele Unsicherheiten. Ich musste viele Bewerbungen schreiben und viel Geduld haben. Eine entscheidende Rolle spielten dabei die sozialen Kontakte, die ich mir in Deutschland aufgebaut habe. Durch diese Kontakte bekam ich schließlich die Chance, eine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration zu beginnen. Diese Ausbildung war für mich ein Wendepunkt. Sie gab mir Stabilität und eine klare Perspektive, besonders in einer Zeit, in der sich die Rahmenbedingungen für Geflüchtete oft verändern. Parallel dazu engagiere ich mich ehrenamtlich bei der Stadt Bad Soden am Taunus sowie beim WIR-Vielfaltszentrum. Dort unterstütze ich Geflüchtete als Übersetzer zwischen Arabisch und Deutsch. Dieses Engagement ist für mich auch eine Möglichkeit, etwas zurückzugeben. Ich bin Vater von

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Integrationsgeschichte von einer orientalischen Frau, die als Kind nach Deutschland kam

Im Jahr 1982 kam ich mit meiner Mama und meinen zwei älteren Schwestern nach Deutschland. Mein Vater lebte bereits hier und arbeitete auf einer AirBase. Ich war gerade 4 Jahre alt, meine Schwestern waren 7 und 10 Jahre alt. Wir alle sprachen kein Deutsch – nur Englisch und Urdu – und unsere Eltern konnten ebenfalls kein Deutsch. Mein Vater musste aufgrund seiner Arbeit nicht Deutsch sprechen, also war die Sprache für uns alle neu und fremd. Kurz nach unserer Ankunft wurden bei uns Kindern unsere Fähigkeiten getestet, um herauszufinden, in welche Klassenstufe wir eingestuft werden sollten. Ich kam in den Kindergarten, meine Schwestern in die 2. und 4. Klasse. Die Lehrerinnen und Lehrer erklärten unseren Eltern, dass wir zu Hause möglichst nur noch Deutsch sprechen sollten. Mein Vater legte uns Kindern zusätzlich nahe, uns untereinander auf Deutsch zu verständigen. Das war eine große Umstellung – plötzlich durften wir nicht mehr wie gewohnt Urdu miteinander sprechen, und Englisch half uns auch nicht weiter. Die ersten Wochen waren überwältigend. Ich erinnere mich, wie ich im Kindergarten oft stumm dasaß, die anderen Kinder beobachtete und versuchte, Wörter aufzuschnappen. Manchmal verstand ich gar nichts, fühlte mich hilflos oder ausgeschlossen. Meine Schwestern hatten es in

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Migrationsgeschichte: Mutmacher unterwegs in Schulen

Vorbilder vor Ort statt Lehrbuch Die Initiative „2hearts@school“ will junge Menschen mit Migrationshintergrund ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialen Hürden. „Ich bin tamilischer Sauerländer“, erzählt Thaksan Sothinathan vor Schülerinnen und Schülern der Anne-Frank-Realschule in Düsseldorf und hat die Lacher sofort auf seiner Seite. Auf die Tafel im Klassenraum hat er dazu ein Bild mit seiner Vita projiziert: Sothinathans Geschichte. Darauf ist eine Kurve mit Höhen und Tiefen abgebildet und zahlreiche Symbolbilder wie Brücken, verschiedene Flaggen oder eine Gitarre. Es ist sein persönlicher Lebensweg, den er den Schülerinnen und Schülern erzählt – jungen Menschen, die, wie er, ebenfalls in beziehungsweise mit zwei Kulturen groß werden. Denn seine Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte: Schule, anschließend Ingenieur-Studium an der RWTH Aachen und aktuell Projektleiter in einer namhaften deutschen Unternehmensagentur. „Wenn ich das geschafft habe, schafft ihr das auch“, lautet seine Botschaft an die Klasse. Bildungsinitiative will jungen Migranten Mut machen – und fördern Mehr lesen…

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Der Sommer der Solidarität 2015 … und was daraus geworden ist, September 2025

Es hat sich gelohnt! Fast 900.000 Menschen flüchteten 2015 nach Deutschland. Wir blicken zurück auf den „Sommer der Solidarität“ – und fragen ein Jahrzehnt später: Was ist daraus ge­worden? Klar, nicht alles war leicht, nicht alles hat sofort gut geklappt. Kein Wunder! Schließlich gab es kein Modell für die Auf­nahme so vieler Menschen in so kurzer Zeit. Und die Herausforderungen waren groß: Unterkünfte, Ausstattung, Deutschlehrkräfte, Schul- und Kitaplätze mussten organisiert werden. Ja, es war anstrengend. Aber: Sehr viel hat sehr gut funktioniert. Die Menschen, die kamen, gehören selbstverständlich dazu Ob für Arbeitsmarkt, Kommunen, Kitas, Vereine oder Ehrenamt: Die vorliegenden Interviews und Porträts zeigen, wie sehr sich der Einsatz gelohnt hat – für beide Seiten. Die Menschen, die 2015 kamen, ge­hören längst selbstverständlich dazu. Sie sind Krankenpfleger im Krankenhaus, wie Sohail Hussain und Moussa Mandou Cherif , und werden dringend gebraucht. Sie haben hart für ihren Erfolg gearbeitet und vielleicht sogar ein Haus ge­baut, so wie Nourah Dadosh und ihr Mann Abdel aleem Alayobi. Sie sind fest in ihrer neuen Heimat verankert, so wie Fa­milie Hussein. Sie putzen im Krankenhaus und kümmern sich liebevoll darum, dass ihre Kinder gut in der Schule klarkommen, so wie Faiza Cadey. Sie sind im Fußballverein aktiv. Um

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A decade after the refugee crisis that shook Europe, a Syrian family becomes German

BERLIN (AP) — Nearly a decade after fleeing Syria’s civil war, Rahaf Alshaar sat on her couch in a leafy suburb of Berlin sipping Arabic coffee spiced with cardamom. When she, her husband and their three daughters arrived in Germany as refugees, they adapted quickly to their new country: learning the language, finding jobs and attending school. “It was a lot of hard work, but I’m proud of what we achieved,” Alshaar, 44, told The Associated Press in a recent interview. Earlier this year, the whole family became German citizens and bought a house with a nice garden. “We are Germans,” said 52-year-old Basem Wahbeh, Alshaar’s husband. Read more here.

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Ein Interview mit Andreas Lipsch

„Es geht um alle. Es muss um alle gehen, weil Hoffnung, Zuversicht und Zukunft nie gegen andere, sondern nur mit anderen möglich sind. Das gilt international, das gilt in Deutschland, in Hessen, in jedem Gemeinwesen.“ — Andreas Lipsch Seine Positionen finden Resonanz, zugleich ist seine Sorge um die Zukunft von Menschenrechten und um Errungenschaften wie das Asylrecht groß: Ein Gespräch mit Pfarrer Andreas Lipsch, dem Interkulturellen Beauftragten der Evangelischen Kirche in Hessen Nassau und Leiter der Abteilung Flucht, interkulturelle Arbeit, Migration der Diakonie Hessen. Vor welcher Herausforderung stehen wir heute? „Die Herausforderung liegt nicht darin, dass wir zu viel Migration haben, wie oft zu hören ist, sondern darin, dass wir zu wenig Migration haben. Und deshalb hoffen wir, dass Verantwortliche endlich die Perspektive wechseln und Migration nicht länger vor allem als Problem sehen. Migration ist Teil der Lösung. Darüber wird viel zu wenig gesprochen, dabei ist dieser Perspektivwechsel dringend notwendig. In den vergangenen Jahren ist integrationspolitisch vieles gut gelungen, daran sollten wir anknüpfen.“ Woran anknüpfen? „Zum Beispiel an die Arbeitsmarktintegration der letzten zehn Jahre, die insgesamt ausgesprochen erfolgreich gewesen ist. Herbert Brücker, Leiter des Forschungsbereichs Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, hat

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So viele Geflüchtete von 2015 arbeiten heute

Zehn Jahre nach der „Flüchtlingskrise“ zeigen Zahlen, wie sich Geflüchtete auf dem deutschen Arbeitsmarkt integriert haben. Eine Migrationsforscherin sieht zwei Baustellen. Mehr zum Beitrag…   Bonus Artikel für Arbeitssuchende: In welchem Beruf verdient man wie viel? Verdient man in Ihrem Job eher gut oder schlecht? Und wie schneidet Ihr Lohn innerhalb Ihres Berufsfeldes ab? Mehr als 1.000 Gehälter im Vergleich.  Mehr lesen…

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